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Für Unternehmen

Studienabbrecher*innen sind für viele Unternehmen aufgrund der Kombination von höherem Lebensalter, größerem Erfahrungshorizont und bereits erworbenem Fachwissen besonders attraktiv.

Egal ob in der Wirtschaft oder im Handwerk, Studienabbrecher*innen können ihre Erfahrungen und Kenntnisse in das Ausbildungsunternehmen einbringen und sind geeignete, engagierte Auszubildende mit einer hohen Auffassungsgabe. Außerdem sind sie starke Personen, die bereits einen Umweg hinter sich haben und auch mit Herausforderungen und Krisen umgehen können. Die zweite Chance haben sie also mehr als verdient.

Langfristig können sie ihr Potenzial im Unternehmen z. B. in Führungspositionen einbringen und sich durch Fortbildungen weiter qualifizieren.

Die Partner im Netzwerk des Leuchtturmprojektes Quickstart Sachsen zeigen deutlich, dass ein Studienabbruch kein Versagen, sondern einen neuen Schritt in die eigene berufliche Zukunft bedeutet. Viele Unternehmen suchen dringend junge, schulisch gut ausgebildete Personen, um ihren Fachkräftebedarf abzudecken, wobei die Zielgruppe der Studienabbrecher*innen oft nicht berücksichtigt wird.

Mit unserem Projekt zielen wir zum einen darauf ab, den Studienabbrecher*innen den Weg in die Berufsausbildung bekannt zu machen. Zum anderen möchten wir den Unternehmen die Chancen darstellen, die sie mit der Ausbildung unserer Zielgruppe wahrnehmen können.

Broschüre des BMBF „Studienabbrecher ins Boot holen“

Logo KOMSA Gruppe
Logo Selctrona GmbH

„Wir empfehlen jedem Studienabbrecher oder generell Bewerber eine Chance zu geben, sich im Unternehmen beweisen zu können.“

Gespräch mit Ingrid Naumann, KOMSA Sachsen AG, ITK-Branche

„Egal wie lange Sie studiert haben und in welchem Studiengang, Sie haben sich dabei Wissen und Fertigkeiten angeeignet, die Sie für Ihre Ausbildung nutzen können.“

Gespräch mit Jörg Fabian, Anett Alex und den Auszubildenden Martin und Ole der Selectrona GmbH, Automobilzulieferer

„Es lohnt sich diese jungen Menschen zu unterstützen und im Unternehmen zu halten, denn sie sind wertvoll.“

Gespräch mit Antje Friedrich und dem Auszubildenden Stefan Große von FEP Fahrzeugelektronik Pirna GmbH & Co. KG, Automobilzulieferer im Bereich Schaltelemente, Steckverbindungen und Kunststoffteile

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Frau Naumann, die KOMSA Kommunikation Sachsen AG verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz in der Ausbildung und Beschäftigung von Studienabbrecher*innen.

Was charakterisiert diese Auszubildenden, das Sie motiviert, immer wieder Studienabbrecher auszubilden?

Bitte schildern Sie Ihre Erfahrungen.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Menge der Angebote an Berufsmöglichkeiten die Schüler oft überfordert. Wir haben Verständnis dafür, wenn z.B. ein Schüler ein Studium beginnt, und er nach einiger Zeit feststellen muss, dass es doch nicht seinen Vorstellungen entspricht. Studienabbrecher sind sehr dankbar für die Chance eines Ausbildungsplatzes. In der Regel ist die Studienrichtung inhaltlich auch ähnlich zum Ausbildungswunsch und so können wir auf das Vorwissen gut aufbauen.

Welche Chancen ergeben/ergaben sich durch die Ausbildung bei KOMSA Kommunikation Sachsen AG für Sie?

Im Rahmen der Ausbildung erhält man einen tiefen Einblick in die Arbeitsabläufe und Prozesse eines großen Unternehmens. Durch die Mitarbeit an Projekten wird dem Auszubildenden viel Verantwortung übergeben, wodurch er sich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich entfalten kann. Die individuelle Entwicklung wird zu jedem Zeitpunkt gefördert und der Weg zu einem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung geebnet. Ist dieser erreicht, stehen einem bei KOMSA verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, seine Entwicklung im und mit dem Unternehmen fortzusetzen.

Welche Möglichkeiten und Karrierewege bieten Sie den Auszubildenden in Ihrem Unternehmen?

Unsere Karrierewege und Möglichkeiten sind ganz vielfältig und in jedem Fall individuell. Wir versuchen bei der Einsatzplanung auf die vorher gesammelten Erfahrungen bestmöglich aufzubauen und die angeeigneten Kenntnisse zu erweitern. Es gibt verschiedene Projektteams, wo Auszubildende sich zusätzlich zum Einsatz im Fachbereich engagieren können.

Unser oberstes Ziel ist es, unsere Auszubildenden nach ihrem Unternehmensdurchlauf bei uns zu übernehmen. Dafür bilden wir auch aus. Die Karrierewege nach der Ausbildung sind ebenfalls sehr vielfältig und werden in regelmäßigen Mitarbeiterentwicklungsgesprächen miteinander besprochen.

Wie machen Sie auf sich als Ausbildungsunternehmen aufmerksam? Sprechen Sie Studienabbrecher*innen gezielt an?

Wir sind regional auf diversen Berufsorientierungsmessen vertreten. Das reicht von einer IHK Ausbildungsmesse (Tag der Bildung), über eine ZWIK (Absolventen- und Firmenkontaktmesse). Interessenten kommen auf diesen Messen direkt mit uns in Gespräch.

Über welchen Weg haben Sie zur KOMSA Kommunikation Sachsen AG gefunden?

Während der Suche nach einer Ausbildungsstelle stößt man unweigerlich auf diverse Job- und Ausbildungsportale. Hierbei fiel die KOMSA AG durch eine positive und interessante Anzeige besonders ins Auge, zumal mir ein namhaftes Unternehmen besonders wichtig war.

Welche Empfehlung möchten Sie anderen Unternehmen zur Ausbildung von jungen Menschen nach einem Studienabbruch geben?

Wir empfehlen jedem Studienabbrecher oder generell Bewerber eine Chance zu geben, sich im Unternehmen beweisen zu können. In einem Praktikum vor Beginn der Ausbildung können Studienabbrecher für sich austesten, ob die Ausbildungsrichtung ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht, um sich noch sicherer sein zu können, dass dies der richtige Weg für sie ist.

Welche Anforderungen stellen Sie an Ihre Auszubildenden im Allgemeinen? Und in wie weit erfüllen Studienabbrecher*innen diese?

Wir suchen Menschen, die sich entwickeln wollen und technikaffin sind und die Lust und Freude haben, Verantwortung zu übernehmen, sich einzubringen und Weiterentwicklung anstreben. Die Kriterien erfüllen die Studienabbrecher, die wir bisher in die Ausbildung übernommen haben ganz besonders. Dadurch, dass sie schon einige Zeit ins Studium investiert haben, ist ihr Ziel, die Ausbildung engagiert, schnell und mit bestmöglichen Ergebnissen abzuschließen, um ins Berufsleben einsteigen zu können, immer präsent.

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Sie verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz in der Ausbildung und Beschäftigung von Studienabbrecher*innen.

Was charakterisiert diese Auszubildenden, das Sie motiviert, immer wieder Studienabbrecher auszubilden?

Bitte schildern Sie Ihre Erfahrungen.

Diese Auszubildenden haben bereits einiges an Lebenserfahrung gesammelt. Sie haben mit dem Abitur einen sehr guten Schulabschluss und meist auch Praktika absolviert. Egal wie lange sie studiert haben und in welchem Studiengang, sie haben sich dabei Wissen und Fertigkeiten angeeignet, die sie für ihre Ausbildung nutzen können. Wir beobachten, dass ehemalige „Abbrecher“ ihre Ausbildung sehr zielstrebig und motiviert absolvieren. Davon profitieren sowohl die Auszubildenden selbst als auch wir als Unternehmen. Es zeigt sich bei uns in der Praxis auch immer wieder, dass diese Auszubildenden einen positiven Einfluss auf die altersmäßig jüngeren Azubis haben und so ein super Gruppenzusammenhalt entsteht.

Welche Chancen ergeben/ergaben sich durch die Ausbildung bei der Selectrona GmbH für Sie?

Martin: Mit einer Ausbildung ist man direkt an der Praxis dran. Das liegt mir viel mehr als das theorielastige Studium. Bei Selectrona werden nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung die Azubis übernommen, sodass man nicht gleich wieder suchen und irgendwo neu anfangen muss. Es gibt auch viele Möglichkeiten, sich nach dem Abschluss weiterzuentwickeln oder auch mal in einem ausländischen Unternehmen der Selectrona-Gruppe Erfahrungen zu sammeln. Ich zum Beispiel habe dann nach der Ausbildung und zwei Jahren Praxis doch noch ein BA-Studium bei der Selectrona GmbH absolviert.

Ole: Mir war vor allem wichtig, endlich einen Abschluss in der Tasche zu haben und im Berufsleben Fuß zu fassen. Natürlich war es auch toll, mit dem Lehrlingsgehalt finanziell unabhängiger zu sein.

Welche Möglichkeiten und Karrierewege bieten Sie den Auszubildenden in Ihrem Unternehmen?

– Unterstützung bei einer anschließenden Meister- bzw.  Technikerausbildung

– anschließendes BA Studium bei Selectrona

– Auslandsaustausch mit anderen Standorten der Selectrona Gruppe

Wie machen Sie auf sich als Ausbildungsunternehmen aufmerksam? Sprechen Sie Studienabbrecher*innen gezielt an?

– Teilnahme an Jobmessen

– direkter Kontakt zu Schulen und Universitäten

– Inhouse-Veranstaltungen („Karrieretag“)

– Internetauftritt

Über welchen Weg haben Sie zur Selectrona GmbH gefunden?

Martin: Ich bin über den Internetauftritt aufmerksam geworden und habe mich dann selbst beworben.

Ole: Ich habe mich in Kooperation mit der Agentur für Arbeit bei Selectrona beworben.

Welche Empfehlung möchten Sie anderen Unternehmen zur Ausbildung von jungen Menschen nach einem Studienabbruch geben?

Offen mit diesen Jugendlichen umgehen und ihnen eine Chance geben. Nach der häufig als Scheitern empfundenen Erfahrung des Studienabbruches braucht es häufig auch etwas „Aufbauarbeit“. Aber das lohnt sich! Diese Auszubildenden sind wertvoll für das Unternehmen. Sie bringen Lebenserfahrung und Wissen mit und davon profitiert die ganze Gruppe der Auszubildenden.

Welche Anforderungen stellen Sie an Ihre Auszubildenden im Allgemeinen? Und in wie weit erfüllen Studienabbrecher*innen diese?

– guter Schulabschluss/gutes Allgemeinwissen

– idealerweise auch schon einmal ein Praktikum bei uns

– Aufgeschlossenheit, Interesse und eine „Hands-on-Mentalität“

– Toleranz und Weltoffenheit, denn wir sind ein internationales Unternehmen

Die Studienabbrecher erfüllen diese Voraussetzungen im gleichen Maße. Da gibt es keinen Unterschied. Wir beobachten, dass diese Auszubildenden oft noch zielstrebiger arbeiten und in der Gruppe für eine gute Balance sorgen.

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Sie verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz in der Ausbildung und Beschäftigung von Studienabbrecher*innen.

Was charakterisiert diese Auszubildenden, das Sie motiviert, immer wieder Studienabbrecher auszubilden?

Bitte schildern Sie Ihre Erfahrungen.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Schüler aus Oberschulen oft mit dem Angebot an Ausbildungsberufen überfordert sind und keine wirklichen Vorstellungen haben. Studienabbrecher haben bereits Lebenserfahrung gesammelt und daher genauere Vorstellungen, was sie beruflich erreichen möchten. Erfahrungsgemäß ist dadurch ihre Motivation und Zielstrebigkeit in der Ausbildung größer als bei den jüngeren Auszubildenden. Studienabbrecher bringen aufgrund ihres bisheriges Bildungsweges gute Voraussetzungen für eine Berufsausbildung mit, auf die wir als Unternehmen aufbauen können. Mit ihrer Einstellung ziehen sie die „Jüngeren“ mit und schaffen so ein gutes Gleichgewicht innerhalb ihres Ausbildungsjahrganges. Wir bevorzugen daher bei der Auswahl unserer Auszubildenden auch diese Konstellation.

Welche Chancen ergeben/ergaben sich durch die Ausbildung bei der FEP Fahrzeugelektronik Pirna GmbH & Co.KG für Sie?

Stefan: In der Ausbildung zum Werkzeugmechaniker konnte ich meine Kenntnisse aus meinem vorherigen Maschinenbaustudium mit einfließen lassen und habe meine Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzt. Nach meinem Facharbeiterabschluss wurde ich sofort in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bei FEP Fahrzeugelektronik Pirna GmbH & Co.KG übernommen. Mittlerweile befinde ich mich in einer weiterführenden Ausbildung zum Techniker für Maschinentechnik.

Welche Möglichkeiten und Karrierewege bieten Sie den Auszubildenden in Ihrem Unternehmen?

Wir bieten unseren Auszubildenden innerhalb ihrer Ausbildung eine Reihe von außerbetrieblichen Lehrgängen, die aus unserer Sicht zur Erreichung ihres Ausbildungszieles und darüber hinaus notwendig sind. Nach erfolgreichem Facharbeiterabschluss ist ein weiterführendes BA-Studium bei FEP Fahrzeugelektronik Pirna GmbH & Co.KG oder eine Unterstützung bei einer sich anschließenden Techniker – oder Meisterausbildung möglich. Auch unsere Facharbeiter werden in regelmäßigen Abständen in ihrem Bereich weitergebildet.

Wie machen Sie auf sich als Ausbildungsunternehmen aufmerksam? Sprechen Sie Studienabbrecher*innen gezielt an?

Wir sind regelmäßig auf einer Reihe von Ausbildungs- und Jobmessen im Umkreis präsent. Es bestehen weiterhin Kooperationen mit verschiedenen Schulen und Hochschulen. Zudem ermöglichen wir Betriebsbesichtigungen von Schulen, Hochschulen und dem Jugendweiheverein. In den Schulferien können Schüler ab 15 Jahren bei uns arbeiten oder in einem Praktikum die verschiedenen Berufe kennen lernen.

Über welchen Weg haben Sie zur FEP Fahrzeugelektronik Pirna GmbH & Co.KG gefunden?

Stefan: Nachdem ich mich zum Abbruch meines Maschinenbaustudiums entschieden habe, wurde mir bei der IHK Berufsberatung die FEP und ihre Ausbildung empfohlen. Daraufhin habe ich mich auf den Lehrberuf des Werkzeugmechanikers beworben und wurde angenommen.

Welche Empfehlung möchten Sie anderen Unternehmen zur Ausbildung von jungen Menschen nach einem Studienabbruch geben?

Studienabbrechern gegenüber offen zu sein und ihnen eine Chance zu geben. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, diese jungen Menschen zu unterstützen und im Unternehmen zu halten, denn sie sind wertvoll.

Welche Anforderungen stellen Sie an Ihre Auszubildenden im Allgemeinen? Und in wie weit erfüllen Studienabbrecher*innen diese?

Für eine Ausbildung bei FEP Fahrzeugelektronik Pirna GmbH & Co. KG ist ein guter Schulabschluss in jedem Fall Voraussetzung. Dabei kommt es uns hauptsächlich auf die Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Informatik an, dass dort eine gute Basis besteht. Weiterhin sollten künftige Auszubildende eine gute Allgemeinbildung, handwerkliches Geschick, idealerweise Praktika in dem Bereich und in jedem Fall die Motivation und das Interesse zur Ausbildung mitbringen. Studienabbrecher erfüllen diese Voraussetzungen in gleichem Maße, nur das sie meist zielstrebiger und interessierter in eine Ausbildung gehen.

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